| Joerg-Rudolph.de - Sternchenaktion - Konzeption | ||||||||||||||||||||||||
Um die regelmässigen BesucherInnen des GMZ Schelmengraben zu motivieren, bestehende Konflikte und Probleme mit FreundInnen und Geschwistern ohne Gewalt zu lösen, starteten wir im Herbst 1999 die Sternchenaktion im GMZ Schelmengraben. Die TeilnehmerInnen wurden für gutes Verhalten belohnt und durften ihre wöchentlich verdienten Sternchen für "besondere" Aktionen ausgeben. Der
Anfang Wir entschlossen uns aus diesem Grund eine Vollversammlung einzuberufen um mit den Kids zusammen Lösungsstrategien zu überlegen.
Unser Ziel in dieser Situation war es, diesen Verhaltensweisen zu begegnen und den Kindern einen Anreiz zu geben, anders miteinander umzugehen. Auf diesem Weg war es uns wichtig nicht mit Bestrafungen aller Art, wie Hausverbot, Strafarbeiten, Moralpredigten usw. den Kindern unsere Überzeugungen deutlich zu machen, sondern ein Belohnungssystem zu entwickeln, das die teilnehmenden Kinder dazu motiviert, sich sozialer zu verhalten und immer wieder über ihr Verhalten nachzudenken. Konzept &
Ablauf Die Sternchen wurden wöchentlich an die Kinder vergeben, das von den Kindern herbeigesehnte Verteilen fand meistens am Donnerstag direkt nach dem Team statt. Um eine gerechte Beurteilung des Verhaltens der TeilnehmerInnen während der letzten Woche zu gewährleisten, wurde es notwendig, die Erfahrungen und Meinungen aller MitarbeiterInnen zu vergleichen und dann teils nach längerer Diskussion dem entsprechenden Teilnehmer ein Sternchen zu verleihen oder auch nicht. So wurde die wöchentliche Sternchenvergabe zu einem festen Bestandteil unseres Teams. Es gab einige Kinder, die hier sehr viel Zeit in Anspruch nahmen, andere wurden nur abgenickt, und bei einigen war es manchmal notwendig aus pädagogischen Gründen ein Sternchen zu vergeben oder zu verweigern. Dies geschah meistens in Verbindung mit einem Gespräch mit dem betroffenen Kind. TeilnehmerInnen Die Aktionen
Insgesamt nahmen an den
Aktionen bei weitem nicht so viele Kinder teil wie
eigentlich gekonnt hätten. Den Abschluss bildete die
Fahrt ins Phantasialand (siehe Fotos). Das Ende Acht Sternchen fürs Phantasialand und die Frage ob sie die zusammenbekommen, war lange Thema im Herbst 2000. Es fuhren insgesamt 12 TeilnehmerInnen mit. Die Belohnungsaktion war für diese Kinder kostenlos. Zusätzliche
ermöglichten wir es 8 jugendlichen BesucherInnen aus dem
Zentrum mitzufahren, ein Unkostenbeitrag von DM 15,- und
die Altersgruppe ab 14 Jahre machte den Unterschied zu
den Sternchen-Kids aus.
Zudem führte die regelmäßige Besprechung der einzelnen Kids im Team zum zusammentragen aller Informationen über die einzelnen Kids, so dass mit den Erfahrungen aller Sozialarbeiter schnell deutlich wurde, bei welchem Besucher welche Probleme auftraten. Mit dem Ende der Sternchenaktion und dem weggefallenen Druck, die einzelnen Kinder "durchzusprechen" gingen viele Informationen verloren, die wenn im Team besprochen, evtl. weitere Massnahmen zur Folge gehabt hätten. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, das für die Wirkung einer solchen Aktion eine zeitliche Befristung mit Abschluss sinnvoll ist. Es werden Resourcen frei um andere Schwierigkeiten im Zentrum anzugehen oder mit neuen Ideen weiter zu machen. |
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| Jörg Rudolph, GMZ Schelmengraben, 08/2001 | ||||||||||||||||||||||||